Loups=Garous

„I am the Loups=Garous. Just a beast.“

In einer Zukunft, in der jeder Schritt kontrolliert wird, Menschen sich auseinandergelebt haben und Technik das Leben bestimmt, trifft eine Gruppe junger Mädchen durch eine Reihe an Morden aufeinander.

Klingt spannend, wäre es nicht grauenhaft umgesetzt. Die ersten Minuten machen tatsächlich Lust auf mehr, doch schon bald werden die Erwartungen des Zuschauers enttäuscht. Der Film führt einen kein bisschen in die komplizierte Welt ein, haucht den Charakteren kein Leben ein und die Erzählstruktur ist schlichtweg katastrophal als Resultat. Es hilft auch nicht, dass ich mir etwas völlig anderes vorgestellt habe, aber das will ich dem Film mal nicht vorhalten.

Entweder wollte oder konnte man hier die Charaktere nicht vertiefen, obwohl das bei einem Film das A und O sein sollte, kann die Story allein schon nicht überzeugen. Ohne jegliches Verständnis für die Hintergründe wird man also durch eine undurchsichtige, wahllos zusammengewürfelte Story getrieben. Das Interesse an den Mädchen baut schnell ab, wenn man realisiert, nein, da kommt wirklich nichts mehr.

Bleibt also noch die Mordserie, die einen fesseln kann. Aber auch hier weit gefehlt, die Aufklärung lässt zu wünschen übrig, Spannung kommt nur gering auf und Mitgefühl erst recht nicht. Schließlich kann man sich in keine einzige Person hineinversetzen oder auch nur die Motive nachvollziehen. Das einzige was einem entlockt werden kann ist vielleicht ein Kopfschütteln und unfreiwilliges Schmunzeln (also wirklich, wie bescheuert war der Grund für den Mord an der pinkhaarigen Göre denn bitte?!)

Die Animationen waren flüssig und die Musik okay, auch wenn ich mich irgendwann gegen Ende gefragt habe, ob das ein Promo für die Band Scandal sein soll, anstelle eines ernsthaften Filmes. Hätte für mich irgendwie mehr Sinn gemacht. An das Design konnte ich mich auch nicht wirklich gewöhnen, obwohl es hier und da ein paar schöne Szenen gab.

Fazit: Flache Stereotypen als Helden, lächerliche und unbegreifliche Gegner, und alles zusammen in einer Welt die man nicht versteht und keiner sich die Mühe macht, auch nur irgendwas zu erklären. Die angesprochenen Theman hatten viel ungenutztes Potential und enttäuschten auf ganzer Linie. Ein Film den man nicht unbedingt gesehen haben muss, man hat wirklich nichts verpasst.

Veröffentlicht am 11/01/2011 in Anime, Anime: OVA, Review und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Ich stimme dir zu (und werde auch selbst noch eine Vorstellung des Filmes verfassen), der Film hat vor Potential nur so gestrotzt, nur um genau dieses über eine Klippe zu werfen. Mir scheint fast, als hätte man viel mehr geplant, musste aber durch die Länge einiges abschneiden. So sieht ein Qualitätskrüppel aus.

    Aber eins muss man dem Film lassen: einen Endkampf wie diesen habe ich noch nicht gesehen. Ich meine den „Kampf“ gegen den wahren Feind hinter allem. Das Treten der Erwartungen fand ich da ganz cool.

    „Flache Stereotypen als Helden“
    Fand ich gar nicht. Abgesehen von unserer soziophoben Protagonistin und der Chinadress Fighterin waren die Charaktere ganz interessant. Unser Hacker Energiebündel fand ich recht liebenswert und unser Loups=Garous ist für einen Helden recht brutal. Ganz zu Schweigen von der fünften im Bund die einfach mal total tot ist.

    • Dann erwarte ich mit Spannung deinen Artikel dazu und heb mir die Diskussion bis dahin auf.

      Was ich mit Stereotypen meinte, war genau das was du gerade ansprichstl. Man hat ein schüchcternes Mädchen das schüchtern ist, einen quirligen Hacker, eine unauffällige Bestie. Was zugegeben nicht immer die gewöhnliche Besetzung ist, aber über diese Eigenschaften hinaus haben sich die Protagonisten nicht entwickelt oder gar hinausgewagt. Hacker war eben Hacker, verschlossen blieb verschlossen. Die Öffnung, der Tiefgang blieb alles im Rahmen des zu erwartenden und schon tausendmal gesehenen. Anstelle wirkliche Charaktere aus den Mädchen zu machen sind das austauschbare Abzuiehbilder.

      Was ich ganz nett fand (und vergessen habe zu erwähnen), waren die kleinen oder großen Andeutung in Richtung shoujo ai. Das war sogar tatsächlich ein theme welches nicht untergegangen ist sondern von Anfang bis Ende durchgezogen wurde. Hooray, ein kohärenter Punkt! \o/

  2. adaywithoutme

    Well, I cannot read German, but I at the very least am happy to have gleaned from your post that there is a Loups Garous OVA, as I just recently bought the book and have been meaning to read it. I love Natsuhiko Kyougoku’s writing.

    • Oh, I’m glad I was of use for you!
      I’m thinking about bying the novel myself because the movie had some very interesting ideas but executed them poorly. It felt like such a waste of material and now that I’m curious I just want to read the original. Sadly the novel was never released in Germany but I won’t let that stop me. Tell me if it’s any good, okay?

      • adaywithoutme

        I’ve read about one hundred pages so far. It’s interesting so far, but it isn’t a very easy read. I’m not sure if the translation is the reason for it or if that’s actually the way it’s supposed to be. But, at the very least the world in which is takes place is fairly intriguing.

  3. „Dann erwarte ich mit Spannung deinen Artikel dazu und heb mir die Diskussion bis dahin auf.“
    Iwo, mach nur los, ich verweise dann einfach auf deine Diskussion😉

    Naja, und was Charakterentwicklung angeht, ist es bei einteiligen Filmen sowieso nur begrenzt möglich. Ich trage das solchen auch nicht besonders nach, da ich schon öfters von Kinofilmen enttäuscht, weil einfach die Entwicklungszeit fehlte, die eine Serie hat.

    Was das Shoujo Ai angeht hatte ich nicht den Eindruck, dass es besonders deutlich wäre. Da konnte ich bei Strike Witches mehr vorstellen xD

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